David Crosby

Mehr Musik zu hören, habe ich mir vorgenommen. Das klappt auch soweit. Allerdings gibt es hören und es gibt hören. Man kann Platten wunderbar nebenbei hören, dabei Wäsche aufhängen, den Kinderstreit schlichten, gerne auch einschlafen. Oder man kann Aufmerksamkeit schenken, die Linien der einzelnen Instrumente verfolgen, den Text mitlesen und -wirken lassen, eintauchen in die Akkordfolgen, den Texturen des Klangs lauschen. 

Ich bin schon froh, wenn es mir der ersten Variante klappt. Damit aber die einzelnen Alben nicht einfach nur vorbeirauschen, möchte ich meine Eindrücke – zumindest in Form einer kurzen Notiz – hier festhalten.

Im Moment höre ich mich unter anderem chronologisch durch einige kumulierte Top-Listen (Pop/Rock) der letzten Jahrzehnte und bin inzwischen in den Siebzigerjahren angekommen. Und da stößt man dann auf das erste Soloalbum von David Crosby, If I Could Only Remember My Name.

Mich hat es nicht packen können. Aber das geht mir eigentlich bei so ziemlich allem, was ich bisher von Crosby, aber auch Stills und Nash gehört habe. Das geht mir sogar bei Neil Young so. Und tue den Herren und dem Genre damit vermutlich unrecht.

Für mich klingt der Rock der frühen 70er-Jahre einfach immer etwas auserzählt, er klimpert so vor sich hin und ich langweile mich dabei etwas mit. Ich muss dann immer an den Film Forrest Gump denken. Und daran, wie Forrest mit Orden verzierter Militäruniform unter den Hippies weilt und eigentlich mit seiner Freundin Jenny glücklich sein könnte. Gleichzeitig spürt er, dass er nicht dazu gehört. Dass er nicht reinpasst. Und dieses Gefühl habe ich beim mal mehr, mal weniger supergroupigen CrosbyStillsNasch&Youngs-Rock dieser Welt. Dad Rock nennt man dass dann wohl.

Und If I Could Only Remember My Name ist ein perfektes Beispiel. Zuweilen klingt die Platte etwas trauriger, versonnener als vergleichbare Werke dieser Zeit. Aber es bleibt nichts davon bei mir hängen, ich halte nicht einmal inne. Es stört noch nicht mal.

Leider habe ich bisher auch nicht den Impuls entwickelt, mich tiefer reinzuhören. Dafür eckt der Sound einfach nicht genug an. Hat jemand einen Tipp, wie man sich der Musik noch nähern könnte? Guter Einstieg für Neil Young zum Beispiel?


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Hi, ich bin Moritz. Parole Peng ist der Ort, an dem ich Dinge ins Internet schreibe, spreche oder wild gestikuliere. Gerne über Musik, Filme und Serien, Bücher, Spiele und Netzthemen, die mir über den Weg laufen. Oder über Dinge, die mir abseits des Wegs begegnen.

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