Star Wars VII

Ich war etwa 12 oder 13 Jahre alt, als ich Star Wars – A new Hope zum ersten Mal sah. Kurz darauf habe ich mit meinem Bruder die gesamte Trilogie angesehen. Zack – das Star Wars Fieber hatte mich kurz aber intensiv in seinen Klauen. Es war die Zeit, in der die neue Trilogie noch nicht auf dem Plan stand, die ursprüngliche Trilogie aber auch nicht mehr modern war – im Vergleich zu heute war es (ohne Internet) damals erstaunlich schwierig an mehr Informationen zu Star Wars zu kommen.

Trotzdem sammelte ich, was ich kriegen konnte, wusste einige Jahre sehr genau Bescheid über die technischen Unterschiede eine AT-ATs und AT-STs, sah die Filme, wann immer meine Eltern für ein Wochenende verreisten und ich mit meinem Bruder sturmfreie Bude und damit uneingeschränkten Fernsehzugriff hatte.

Doch irgendwann ebbte das Interesse ab. Zwar nahm ich den Trailer von Star Wars – Episode 1 bei der Weltpremiere auf MTV (!) noch auf VHS (!) auf, um ihn mir mehrfach ansehen zu können. Doch bis auf den neuen Soundtrack von John Williams bekam ich diesmal kein Fieber – auch weil ich quasi kurz nach dem Filmlaunch für ein High School Jahr in die USA ging und für Star Wars überhaupt keinen Kopf mehr für hatte.

Als ich dann nach der Jahrtausendwende irgendwann die neuen Filme sah, sprang der Funke nicht mehr über. Nicht nur blieb der Zauber bei der neuen, schwächeren Trilogie aus, auch die alte Trilogie verlor an Glanz. Star Wars hatte ein paar Jahre zuvor noch quasireligiösen Status für mich, nun blieb nur noch etwas Nostalgie.

Vorspulen auf Dezember 2015. Star Wars VII hat Einzug in die Kinosäle gehalten. Hype und Gelegenheit verschlugen mich in eine Nachtvorstellung des Blockbusters. Was konnte J.J. Abrams aus dem Märchenstoff machen?

Zuerst die gute Nachricht: Star Wars – The Force Awakens fühlt sich an wie Star Wars. Nicht nur wegen der Originalbesetzung. Raumschiffe und Schauplätze sind endlich wieder schön staubig und schmutzig, Soundeffekte und Musik stimmen, das Design passt. Auch der Humor ist wieder da: Seitenhiebe zwischen Han Solo und Chewbacca sitzen, der Pixar-Charme der Droiden ist da ohne zu sehr in Jar-Jar-Binkssche abzurutschen. Harrison Ford sieht immer noch unerreicht verdattert drein, wenn er in Lebensgefahr schwebt. Eine sehr schöne Überraschung.

Die schlechte Nachricht: Star Wars – The Force Awakens wirkt manchmal eher wie ein Reboot als eine Fortsetzung der Serie. Ich weiss nicht genau, ob es der Erwartungsdruck der Fans war, der Einfluss von Disney, die Konzeption als Trilogie – ein wenig mutiger hätte sich das Produktionsteam vom Original entfernen müssen. 95% Fanservice eben. Das fällt insbesondere deshalb ins Gewicht, weil Star Wars Teil des globalen Kulturkanons wurde. Die Geschichte um den Todesstern, das Imperium und die Rebellen wurde hundertfach zitiert, neu erzählt und parodiert. Wer das mit gleichen Stilmitteln erneut erzählen möchte, kann nur verlieren. Gut möglich, dass das mit den weiteren Filmen der nächsten Jahre besser wird.

Kurzum: Star Wars – The Force Awakens ist für mich der beste Star Wars seit der ursprünglichen Trilogie. Alle wichtigen Zutaten von Star Wars sind da. Es schmeckt retro, aber gut. Und dennoch ist es einfach nicht dasselbe, gerade weil es zu sehr dasselbe sein will.

Jessica Jones: Regionalliga-Superheldin und trotzdem erstklassig

Jessica Jones ist nach Daredevil die zweite hauseigene Serie aus dem Marvel-Universum. Und wie Daredevil ist sie eine Superheldin aus der zweiten Reihe. Wenn Batman und Superman in der Champions League die Welt retten, sind Daredevil und Jessica Jones eifrige Streiter aus der Regionalliga. Was aber auch zu einem interessanten Profil verhelfen kann: Die namensgebende Protagonistin trifft als versoffene Privatdetektivin auf ihren Erzfeind Kilgrave, der verbal die Kontrolle über Menschen erlangen kann. Kilgrave, sehr subtiler Name. Regionalliga halt.

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Peng lautet die Parole

Es ist so: 2006 habe ich zum ersten Mal WordPress installiert und immer wieder mit dem ins-Internet-schreiben geliebäugelt. Das dümpelte aber eher so vor sich hin, man kennt das ja. Ich habe mehr darüber nachgedacht, was man alles machen könnte, anstatt Dinge einfach mal zu machen. Genau das soll hier anders sein. Mehr machen, statt zu grübeln. Peng lautet die Parole!

Noch Fragen? Hier gibt’s mehr Infos über Parole Peng!

Serial – Season 2 ist da

Die erste Staffel von Serial war die spannendste Podcast-Reihe, die ich je gehört habe. In zwölf Folgen rollte Journalistin Sarah Koenig, die den ebenfalls sehr empfehlenswerten Podcast This American Life produziert, einen echten Mordfall an einer 18-jährigen Schülerin in Baltimore aus dem Jahre 1999 auf.

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