Die Vorsätze 2019

Meine Vorsätze sind eigentlich seit mehreren Jahren die gleichen. Letztlich geht es darum, Gewohnheiten aufzubauen, was leider nicht immer nachhaltig klappt. Letztes Jahr war ich beispielsweise recht viel laufen. Das Problem ist aber, dass nach mehreren Monaten regelmäßigen Laufens dann irgendwann doch wieder diese eine Woche kommt, in der es nicht klappen will, zum Beispiel aus Krankheit oder wegen Reisen. 

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At Home with Amy Sedaris

Zu Hause führe ich mit fzz ja öfter Diskussionen darüber, wie die Wohnung vernünftig einzurichten sei. Wir bewegen uns da irgendwo zwischen „möglichst viel hinter Türen verpacken“-Minimalismus und „hier kann aber noch ein Blumentopf mehr hin“. Heute bin ich über die Wohnungstour der US-Schauspielerin Amy Sedaris gestolpert und bin gleichermaßen farbenfroh fasziniert und dankbar, dass bei uns nicht in jeder Ecke dreizehn japanischen Pseudozutaten liegen.

David Crosby – If I Could Only Remember My Name

David Crosby

Mehr Musik zu hören, habe ich mir vorgenommen. Das klappt auch soweit. Allerdings gibt es hören und es gibt hören. Man kann Platten wunderbar nebenbei hören, dabei Wäsche aufhängen, den Kinderstreit schlichten, gerne auch einschlafen. Oder man kann Aufmerksamkeit schenken, die Linien der einzelnen Instrumente verfolgen, den Text mitlesen und -wirken lassen, eintauchen in die Akkordfolgen, den Texturen des Klangs lauschen. 

Ich bin schon froh, wenn es mir der ersten Variante klappt. Damit aber die einzelnen Alben nicht einfach nur vorbeirauschen, möchte ich meine Eindrücke – zumindest in Form einer kurzen Notiz – hier festhalten.

Im Moment höre ich mich unter anderem chronologisch durch einige kumulierte Top-Listen (Pop/Rock) der letzten Jahrzehnte und bin inzwischen in den Siebzigerjahren angekommen. Und da stößt man dann auf das erste Soloalbum von David Crosby, If I Could Only Remember My Name.

Mich hat es nicht packen können. Aber das geht mir eigentlich bei so ziemlich allem, was ich bisher von Crosby, aber auch Stills und Nash gehört habe. Das geht mir sogar bei Neil Young so. Und tue den Herren und dem Genre damit vermutlich unrecht.

Für mich klingt der Rock der frühen 70er-Jahre einfach immer etwas auserzählt, er klimpert so vor sich hin und ich langweile mich dabei etwas mit. Ich muss dann immer an den Film Forrest Gump denken. Und daran, wie Forrest mit Orden verzierter Militäruniform unter den Hippies weilt und eigentlich mit seiner Freundin Jenny glücklich sein könnte. Gleichzeitig spürt er, dass er nicht dazu gehört. Dass er nicht reinpasst. Und dieses Gefühl habe ich beim mal mehr, mal weniger supergroupigen CrosbyStillsNasch&Youngs-Rock dieser Welt. Dad Rock nennt man dass dann wohl.

Und If I Could Only Remember My Name ist ein perfektes Beispiel. Zuweilen klingt die Platte etwas trauriger, versonnener als vergleichbare Werke dieser Zeit. Aber es bleibt nichts davon bei mir hängen, ich halte nicht einmal inne. Es stört noch nicht mal.

Leider habe ich bisher auch nicht den Impuls entwickelt, mich tiefer reinzuhören. Dafür eckt der Sound einfach nicht genug an. Hat jemand einen Tipp, wie man sich der Musik noch nähern könnte? Guter Einstieg für Neil Young zum Beispiel?


Guster – Lost and Gone Forever

Ich habe heute meine erste Begegnung mit Guster gemacht. Und das ist ein ziemliches Kunststück, wenn man bedenkt, dass die Band aus Boston, Massachusetts stammt. Und dort 1999 ihr drittes Album Lost and Gone Forever veröffentlichte – also just zu genau der Zeit, in der ich selbst für ein Schuljahr etwa eine Stunde von Boston entfernt lebte.

Und vielleicht gefällt mir deshalb das Album auch so gut. Es erinnert mich an diese Zeit, und diese Zeit hat etwas grundlegend gutmütiges mit Lost and Gone Forever gemeinsam. Zunächst einmal die vielen freundlichen summbaren Melodien, die die Platte durchziehen. Die auffällige Nutzung von Percussion, für die Guster bekannt ist. Und obwohl jeder Song direkt im Kopf ist, werden sie nicht langweilig. Instrumente kommen hinzu, neue Details sind zu hören. 44 Minuten, die immer schneller vorbei sind als ich erwartet hätte.

Ein echter Golden Retriever unter den Platten.